Unser Schutzkonzept

Wir, das Team der Präventions- & Kinderschutzbeauftragen, sind Ansprechpartner*innen für internen Kinderschutz, entwickeln und verantworten das vorliegende Kinderschutzkonzept und greifen wenn nötig in jegliche Prozesse im internen Ablauf ein. Die dafür nötige klare und offene Kommunikation ist unser oberstes Gut, welches wir in regelmäßigen Workshops mit den Mitarbeitenden von B3-Netzwerk Kärnten fördern und ausbauen. Es geht uns mit dem Schutzkonzept nicht darum, für jede mögliche Eventualität einen Plan vorbereitet zu haben - wir haben ein Grundgerüst entwickelt, das laufende Auseinandersetzungen zusammenfasst und weiterdenkt. Dabei sind wir den WHO Standards zur Sexualerziehung genauso verpflichtet wie dem Kärntner Kinder- und Jugendhilfegesetz und den allgemeinen Menschenrechten. 

 

Jedes vierte Mädchen und jeder achte Bub ist von sexueller Gewalt betroffen. Kinder zwischen sechs und 12 Jahren sind am stärksten gefährdet. Die Täter*innen kommen zu 95% aus dem sozialen Umfeld der Betroffenen und sind jeder Gesellschaftsschicht zugehörig. Aktuelle Forschungen zeigen, dass es zu ca. 80% Männer und zu ca. 20% Frauen sind. Die Hälfte der Täter*innen beginnt mit den Übergriffen bereits im Kindes-/Jugendalter (vgl. PKS 2016; Selbstbewusst o.J.).

 

Gewalt kann als die grundlegende Verletzung von Kinder- und Jugendrechten, vor allem des Rechts auf körperliche und psychische Unversehrtheit angesehen werden. Jede Form der Gewalt ist als Machtmissbrauch zu interpretieren und steht in der Regel mit Abhängigkeiten in Zusammenhang.

 

Bei B3-Netzwerk Kärnten positionieren wir uns klar gegen sexuelle Übergriffe und Gewalt und sind für unsere Klient*innen und Kolleg*innen als erste Ansprechperson, die mit der betroffenen Person die weiteren Schritte einleitet, da, wenn sie Gewalt erfahren. Das bedeutet für jede*n Mitarbeitende*n, dass in der eigenen Tätigkeit auf ein professionelles Nähe-Distanz-Verhältnis geachtet wird. Keinesfalls wird es zu sexuellen Aktivitäten von unseren Mitarbeiter*innen an/mit Klient*innen kommen.

 

In der Präventionsarbeit sehen wir die Enttabuisierung des Themas Sexualität sowie der damit zusammenhängenden Bereiche sexueller Missbrauch, sexualisierte Gewalt, Konsum pornografischer Inhalte durch Minderjährige sowie das Vermitteln von Wissen und Handlungskompetenzen als zentrale Punkte an. Dazu nutzen wir neben Fortbildungen für die Sozialpädagog*innen von B3-Netzwerk Kärnten (z.B. zur sexuellen Bildung von Kleinkind an) auch Angebote aus dem Außen, an die wir unsere Klient*innen vermitteln. Durch die Weitergabe einer offenen Haltung an die Klient*innen, die sexuelle Vielfalt lebt und Gewalt in jeder Form missachtet, soll erzielt werden, dass Kinder und Jugendliche

  • wissen, wo Hilfe geholt werden kann,
  • Geheimnisse bzw. die Verpflichtung zu Geheimhaltung reflektiert werden,
  • Gefühle benennen und artikulieren können.

Alle Mitarbeiter*innen bei B3-Netzwerk Kärnten unterzeichnen den vorliegenden Verhaltenskodex. Damit verpflichten wir uns, nach bestem Wissen und Gewissen zu handeln und uns regelmäßig über die neuesten Erkenntnisse zum Thema Kinderschutz zu informieren, um damit die optimalen Mittel und Wege zu ergreifen, die zu einem geschützten Umfeld für Kinder, Jugendliche und andere vulnerable Personen beitragen.

 

Für Fragen stehen die beiden Präventionsbeauftragten (Katharina Klinger und Patricia Gruber) jederzeit gerne via Mail (kinderschutz@b3-netzwerk.at) oder das Formular unten zur Verfügung:

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