Kinder, Jugendliche und deren Familien zeigen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Wer die Zukunft formen möchte, muss die Vergangenheit verstehen. „past meets future – Gemeinsam Zukunft formen“ ist ein Einblick in die Themenwelt von Kindern und Jugendlichen, in ihre Vorstellung und ihren Glauben an die Zukunft aber auch ein Einblick in die sozialpädagogische Arbeit von B3-Netzwerk Kärnten.

 

Rund 100 Kinder, Jugendliche und Betreuer/innen haben sich in den letzten Monaten intensiv mit den Themen Innovation, Entwicklung und Nachhaltigkeit beschäftigt und in 15 Teilprojekten die Entwicklung sowohl auf inhaltlicher und gesellschaftlicher Ebene veranschaulicht. Am Freitag, dem 6. September 2019 wurde zur Präsentation nach Krumpendorf geladen.

 

„Jede Station hat einen individuellen Schwerpunkt aus den Bereichen Technik, Medien, Handwerk, Sport und Organisation. Geplant, erarbeitet und umgesetzt wurde in Gruppen- und Einzelarbeit. So konnten soziale Kompetenzen wie Konfliktlösung, Kommunikation, Teamfähigkeit und Flexibilität trainiert, aber auch individuelle Fähigkeiten gefördert werden. Durch die langfristige Dauer wurden das Durchhaltevermögen und die Gemeinschaft gestärkt.“, erklärt Projektleiter Florian Meinhardt.

 

Betreuungsverlauf als Film

Der Trickfilm „Betreuung“ zeigte die wahre Geschichte der heute 23jährigen Sarah, einer ehemaligen Klientin. „Meine Kindheit und Jugend war geprägt von Schwierigkeiten. Ich fühlte mich unverstanden, nicht wertvoll und habe viele Grenzen überschritten. Ohne Betreuung und Begleitung wäre ich aus der Situation nicht raus gekommen“, erzählt Sarah. „Heute bin ich selbstbewusst, stark und glaube an mich. Ich habe maturiert und studiere seit drei Jahren. Läuft einmal etwas nicht nach Plan, denke ich an die Gespräche mit meinen Betreuern zurück, das gibt mir Kraft. Die Betreuung ist nachhaltig.“

 

Nachhaltiger Floßbau

Rund 30 Stunden gemeinsame Arbeit stecken im tragfähigen Floß. „Bis zu zehn Jugendliche waren beteiligt. Dabei wurden die Teamarbeit, das traditionelle Arbeiten, der Umgang mit natürlichen Materialien, die Wahrnehmung und die Achtsamkeit in den Mittelpunkt gestellt“, erzählt Meinhardt.

 

Menschliche Evolution als Bild

Mit altbewährten und Materialien der Gegenwart wurde die Entwicklung des Menschen bildlich dargestellt. Meinhard erklärt: „Zur jeweiligen Epoche wurde mit den passenden Materialen wie Fell, Stein und Kunststoff gearbeitet. Damit wurden Kreativität und Selbstwirksamkeit, aber auch Geduld und die alternative Verwendung von Materialien gefördert.“

 

Gesunde Pralinen

20 Kinder und Jugendliche zeigten, wie man mit Produkten, die von unseren Vorfahren als Grundnahrungsmitteln verwendet wurden, nicht nur gesunde, sondern auch köstliche Pralinen herstellen kann. „Mit dem Projekt wurden das Teamwork, die Kreativität und natürlich das Bewusstsein für gesunde Ernährung gestärkt“, so der Projektleiter.

 

3D-Drucker versus Knetbeton

Großes Interesse zeigten die Besucher an der Gegenüberstellung von hochmoderner Technik mit traditioneller Handwerkskunst. Dazu Meinhardt: „Den Teilnehmenden wurde ermöglicht, beide Welten im direkten Vergleich zu erleben, um den technischen Fortschritt von Jahrhunderten begreifbar zu machen. Trainiert wurden die motorischen Fähigkeiten, Geduld, Durchhaltevermögen, Kreativität und der Faktor Zeit wurde verdeutlicht“.

 

Bewegung als Motivation

„Das Ziel des Crossfit für Kinder, Jugendliche und Familien ist, ein Lernfeld zu schaffen, in welchem die Teilnehmenden auf spielerische Weise gruppendynamische Prozesse, sportliche Betätigung, Wettbewerb und Kooperationen erleben können“, erklärt Meinhardt und ergänzt: „Weiters sollen die individuellen sozialen Kompetenzen gestärkt und innere Haltungen wie Motivation, Disziplin und Engagement gefestigt werden“.

 

Weitere Stationen waren „Fotos früher und heute“, wo alte Kinderfotos der Teilnehmenden reinszeniert und möglichst detailgetreu nachgestellt wurden, um die persönliche Entwicklung zu illustrieren. „Robin Hood meet Katniss Everdeen“ zeigte funktionsfähige Naturbögen und Pfeile die selbst hergestellt und im Anschluss mit modernen Profisportbögen im direkten Vergleich getestet wurden. Ein selbst angelegter „Nachhaltiger Garten“, eine „Tombola“, wo es Produkte aus dem Garten zu gewinnen gab und nicht zuletzt die „Verpflegung“ von rund 250 Besuchern und Teilnehmern rundete das Programm ab.

 

Viele Ehrengäste

„Hilfswerk“- Präsidentin und Eigentumsvertreterin Elisabeth Scheucher-Pichler betonte bei der Begrüßung die Wichtigkeit von Entwicklung, Innovation und Nachhaltigkeit, die sich auch in der Betreuung wiederspiegelen: „Wir sind eine große Familie, bei der die Kinder und Jugendlichen im Mittelpunkt unserer Arbeit stehen“.

 

"Ziel des Projektes war es, neue Perspektiven zu öffnen und gemeinsam Zukunft zu gestalten", erklärte Kathrin Partl, die pädagogische Geschäftsführerin von B3-Netzwerk und betonte, dass das Fest mehr ist als eine Veranstaltung: "Es ist ein Fest bei dem uns die Möglichkeit gegeben wird, in die Lebenswelten und Themen von Kindern und Jugendlichen einzutauchen, von denen wir als Erwachsene auch viel für unsere Zukunft mitnehmen können. Es zeigt, dass es möglich ist, das Leben aktiv auf vielen Ebenen gestalten zu können".  

 

Regierungsrätin Christine Gaschler-Andreasch kam in Vertretung von Landeshauptmann-Stellvertreterin und Sozialreferentin Beate Prettner und sprach über ihre Erfahrung als Unterabteilungsleiterin der Abteilung 4, Soziale Sicherheit: „Wir blicken positiv in die Zukunft und wissen aus der Vergangenheit, dass es für Kinder, Jugendlichen und Familien in schwierigen Situationen immer Lösungen und einen guten Weg gibt. Vielleicht nicht gleich, aber es gibt ihn“.

 

Landtagsabgeordneter Stefan Sandrieser ließ sich alle Stationen zeigen und freute sich über das Engagement aller Beteiligten: „Ich lerne hier Neues kennen, das die Jugendlichen interessiert“. Landtagsabgeordneter Herbert Gaggl betonte die Wichtigkeit der Kinder- und Jugendarbeit und mahnte „dass alles, was wir heute in die Jugend investieren, zurückbekommen. Auch das, was wir nicht investieren“. 

 

In Vertretung der Gemeinde Krumpendorf waren Bürgermeisterin Hilde Gaggl sowie die Vizebürgermeister Brigitte Lebitschnig und Gernot Bürger mit dabei und begeisterten sich für die Vielfalt der Projekte und den Einsatz aller Beteiligten. Sie betonten die gute Zusammenarbeit und das Vergnügen, bei Veranstaltungen von B3-Netzwerk dabei zu sein. "Wir sind jedes mal auf das Neue neugierig, das sich B3-Netzwerk zum Thema gemacht hat", so Lebitschnig.